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Das Kanu

Ich hatte mich entschlossen, meine Reise auf dem Yukon in einem traditionellen Kanu aus Birkenrinde zu unternehmen. Nicht nur, weil es toll aussieht. Ich wollte ja vor allem den Menschen am Fluss begegnen.

Die über zwanzig Siedlungen und Dörfer, die sich vor allem in Alaska an den Yukon reihen, sind traditionelles Territorium der Ureinwohner. Im Inland gehört es den Gwich’in Athabasken, die früher ihre Boote selbst aus Birkenrinde fertigten. Sie gaben dem Fluss auch seinen Namen. In ihrer Sprache bedeutet Yukon schlicht ‚großer Fluss’.

Ich wollte den Menschen authentisch begegnen, selbst wenn die längst auf Aluboote umgestiegen waren. Und sicher würde ein Birkenrindenkanu Türen öffnen oder zumindest die Kontaktaufnahme erleichtern.

In einem alten Blockhaus ohne Strom und fließendes Wasser, unweit der Ortschaft Sudbury oberhalb der Großen Seen in Ontario, lebt Tom Byers, einer der wenigen Kanubauer, die diese traditionelle Handwerkskunst noch beherrschen. Fast drei Wochen arbeiten wir, ausschließlich mit natürlichem Material aus den Wäldern.

Wir starten früh, noch vor der Sonne. Wurzeln ausgraben, Rinde schälen, Zedernholz teilen und immer wieder auf der Schnitzbank bearbeiten. Ich habe mich für ein Ojibwe Longnose Canoe entschieden. Aufwändiger zu bauen, aber in Eleganz und Ladekapazität unübertroffen und perfekt für meine Zwecke.

In der Slideshow sind die wichtigsten Schritte dokumentiert.